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Pferde im Training natürlich schützen

Bandagen, Gamaschen, Streichkappen und Hufglocken – es gibt eine große Bandbreite an Zubehör, das die Beine und Hufe des Pferdes schützen soll. Beim Springen, beim Geländeritt, beim Transport. Ja mancher Pferdebesitzer hält es sogar für notwendig, sein Pferd auf der Weide mit entsprechenden Materialen auszustatten. Wie auch beim Hufeisen ist der vermeintliche Schutz aber ein Trugschluss und der Beginn einer Abwärtsspirale.

Zweiseitige Sicht auf die Anatomie des Pferdes

Während der Mensch auch an Fingern und Füßen mit Muskelgewebe ausgestattet ist, besteht das Pferdebein vom Vorderfußwurzelgelenk bzw. Sprunggelenk abwärts ausschließlich aus Haut, Sehnen, Knochen sowie Adern und Lymphgewebe. Das macht es natürlich anfällig für Verletzungen, da Stöße und scharfe Gegenstände direkt auf die sensiblen Körperteile treffen. Doch genau das ist auch der offensichtliche Grund, warum entsprechender Beinschutz keine Hilfe für das Pferd sein kann. Denn auch der leichteste Druck einer Bandage oder Gamasche drückt die Adern und Lymphe auf den Knochen, schädigt so die Gefäße und sorgt für geminderten Blutfluss.

Raus aus dem Gleichgewicht – Beinschutz als Stolperfallen

Je weniger Bein und Huf mit Blut versorgt werden können – das kennen wir aus eigener Erfahrung, desto weniger fühlt das Pferd und umso schlechter kann es taktsicher und ausbalanciert laufen. Das kann sowohl für das Training als auch für den Reiter fatale Folgen haben. Nicht selten kommt es dann vor, dass Reiter vermehrtes Stolpern als Anlass nehmen, um noch häufiger und mehr zu „schützen“. Der Beginn einer Abwärtsspirale, die für Pferd und Besitzer kein gutes Ende hat.

Es geht auch anders – alternatives, sicheres Training

Trotz aller Kritikpunkte ist es natürlich wichtig und richtig die Verletzungsgefahr beim Training möglichst gering zu halten. Das lässt sich am besten erreichen, indem man die Ursachen für Unsicherheiten und Imbalancen aus dem Weg räumt und Trainingseinheiten an das Können des Pferdes anpasst.

Unsere Tipps dazu:

  • Hufpflege: Die Hufe Deines Pferdes sollten in kurzen regelmäßigen Abständen (wir empfehlen alle 4 Wochen) korrekt bearbeitet werden. Ein Pferd mit gesunden Hufen ist feinfühlig und kann sich und den Reiter ausbalanciert tragen.• Trittsicherheit üben: Pferde, die im Offenstall auf verschiedenen Untergründen stehen und regelmäßig weitere Bodengegebenheiten kennenlernen dürfen, sind trittsicherer und weniger anfällig für Verletzungen als jene, die nur Box, Reithalle, Weide und weiche Untergründe kennen.
  • Bodenarbeit nicht vergessen: Sowohl körperlich als auch kommunikativ ist Bodenarbeit die Grundlage für sicheres Reiten. Wann habt Ihr das letze Mal Stangen- und Pylonenübungen, Rück- und seitwärts treten und Dualaktivierung an der Hand gemacht? Wenn es nicht sofort klick macht, dann ist es auf jeden Fall zu lange her.
  • Berge erklimmen: Bergauf und bergab reiten ist ein ganz natürliches Muskeltraining und stärkt Sehnen und Gelenke. Gleichzeitig stärkt man dadurch die kognitiven Fähigkeiten des Pferdes und wirkt Verletzungen entgegen.

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